Schlagwort-Archive: gedanken zu meiner kunst

#tag5


Nun lüfte ich das kleine Geheimnis meiner Tag-Fotos:-)
Vor einigen Wochen habe ich die Bücher von Wendy Ann Greenhalgh entdeckt:
„Mindfulness & the Art of Drawing“ und „Stop Look Breathe Create“.
Die Autorin ist eine vielseitige Künstlerin, lebt und arbeitet in England.

Achtsamkeit und kreativer Ausdruck – ein unzertrennliches Paar. Wendy Ann Greenhalgh widmet sich diesen Themen in ihrer Kunst und in ihren Texten. art of mindfulness ist der Titel ihrer Homepage, dort findet Ihr viele Anregungen und einen kostenlosen Online-Kurs, die 3challenge.

Ich bin immer dankbar für neue Herausforderungen – ganz besonders wenn mein W-Freund wieder mal sooooo dominant ist und wir beide irgendwo im Sumpf feststecken.

In der ersten Woche wird eine kurze Achtsamkeitsübung mit Fotografie verbunden……..in der Mitte des Tages kurz innehalten, bewusst wahrnehmen und gestalten. Kein Problem für mich, dachte ich anfangs, doch an einem sehr geschäftigen Tag muss ich meinem W-Freund gegenüber Haltung bewahren.
Während einer meiner Übungen hat mir meine Hündin Bibi mit einer Vehemenz ihren Ball in die Hände gedrückt, dass ich mich gefragt habe, ob sie sich vielleicht mit W. verbündet hat…..?Das Tag3-Foto dokumentiert die Situation;-)
In der zweiten Woche kommt eine zeichnerische Aufgabe zu Beginn des Tages dazu und im letzten Drittel gibt es für den Abend eine kleine Schreibübung.

Die Bücher sind inspirierend und ermutigend, auch eine Bestätigung für meinen schöpferischen Weg und das was ich als Vermittlerin weitergeben möchte.

„However, it’s important to remember that Stop Look Breathe Create is all about mindfully connecting to the world and enjoying the process of creating……..“ Wendy Ann Greenhalgh in Stop Look Breathe Create

 

#day5 ©Theresia Heimbach

 

widerstand

©Theresia Heimbach

Über „Widerstand“ und „Dranbleiben“ schreibt Paro Balom in ihrem letzten Blogbeitrag. Sie ist eine Fachfrau was den kreativen Prozess betrifft. Ihre Zeilen haben mich inspiriert.

W I D E R S T Ä N D E……….wie könnte ich euch widerstehen!

In unserer Firma nebenan wird mit Widerständen gehandelt – das ist kein Scherz –  es sind elektronische Bauteile.

Da siehst du wie wichtig ich bin, sagt mein treuer Begleiter, mein ganz persönlicher Widerstand im kreativen Prozess.

Was würde ich nur tun ohne ihn!?

Er ist schlau, weiß genau wie er mich vom Atelier fernhalten kann, zeigt mir die unendliche Vielfalt verlockender Möglichkeiten außerhalb meines Farbenreiches.

Ich kann meine Hündin Bibi mit Spaziergängen glücklich machen und darüber sinnieren was ich – bei Gelegenheit – auf die Leinwand bringen könnte.

Zunächst ist Büroarbeit angesagt, davor muss allerdings noch ein schwerwiegendes Computerproblem geknackt werden. Das kann dauern!!!

Ist es vielleicht schon zu spät? Wir haben Hunger!

Wo ist meine Malhose?

Die Sonne scheint…….nix wie raus!

Vielleicht ist es im Atelier aber auch viel zu kalt, zu unaufgeräumt, das geeignete Material für die jeweilige Stimmung fehlt. Ich muss zu Boesner fahren!!!

Mein treuer W-Freund ist raffiniert und macht mir an trüben Tagen das Sofa richtig schmackhaft. So gemütlich liegend kann man zur Abwechslung wieder einmal alles hinterfragen. Mein Begleiter versteht sich wunderbar mit dem Zweifel. Und schon gesellt sich die große Sinnfrage dazu………..Ich finde allerdings, dass er in solchen Momenten einfach zu weit geht. Das ist vertraut aber nicht mehr kuschelig. Da muss ich dann schon mal ein Machtwort sprechen.

Kann aber sein, dass er dann bockig wird und an mein Gewissen appelliert, mein widerspenstiger Widerstandsfreund.

Mein treuer Begleiter spielt mir wunderbare Bücher über den kreativen Prozess in die Hände, sehr motivierend.
Warum macht er das?

Ich fange an ihn zu durchschauen. So ein Schlawiner!

Wie könnte ich dir auch böse sein;-)

Kennt Ihr das?

form und auflösung

Meine kleine Serie entwickelt sich weiter. Von der Natur inspiriert finden mich Formen im Farbenmeer, die sich wieder auflösen und in ungewohnter Weise neu zusammenfinden.

little spy auf saatchiart

littlespy
Die Woche hat gut begonnen:-)
………….I’m very pleased to let you know that your work has been chosen to be featured in the New This Week 1-11-2016 Collection on Saatchi Art’s homepage. You can see the collection here: http://www.saatchiart.com/art-collection/Painting-Collage-Drawing/New-This-Week-1-11-2016/153961/123641/view

 

vor-nach-mittelsatz

gruenesVerhaengnis

grünes verhängnis – 120×80 – acryl, kreiden auf leinwand – 2012 ©theresia heimbach

Während ich hier bei einer Tasse Tee über den Sinn guter Vorsätze nachdenke, steht plötzlich ein Nachsatz vor mir. Ich finde mich in einem Knäuel spielender Worte wieder und bin – ich muss es gestehen – irritiert (und bevor Ihr falsche Schlüsse zieht: auch absolut ausgeruht und nüchtern).
Was hat der Nachsatz mit dem Vorsatz zu tun und warum kann ich nicht EINMAL aus gegebenem Anlass – wir haben den 1.1.2016 – über ein aktuelles Thema ernsthaft nachdenken!
Vielleicht haben sich Vor- und Nachsatz zusammengetan um mich auf andere Gedanken zu bringen?
So lasse ich Vorsätze Vorsätze sein und mit den Nachsätzen spielen. Aufbegehrend gegen den Neujahrsoptimierungsstrom purzeln sie wild durcheinander.
Nur wo bleibt der Mittelsatz?
Dieses Gedankengepurzel stellt alles auf den Kopf. Ist das nicht unglaublich beruhigend?;-)

königreich flecki

Flecki1Eine kleine Geschichte zum Bild………
Inspiriert hat mich unser Kater Flecki, der uns in seinen stolzen 18 ( Menschen-) Jahren viel Freude und auch zahlreiche Mäuse geschenkt hat. Mit zunehmendem Alter hat er die eine oder andere Eigenheit entwickelt. Manche davon bringen mich schon beim Gedanken daran zum Schmunzeln, andere hätte ich ihm lieber abgewöhnt, musste sie aber dann doch hinnehmen.

Flecki ist König! Eindeutig und ohne Zweifel. Auch ein Kater braucht Schrullen.
In seinen jungen Jahren hat er Hündin Merle und mich bei unseren Spaziergängen begleitet, inzwischen beschränkt er sich – bedingt durch seine Arthrose – auf das kleine Dorf und die Felder und Wiesen rundherum. Ein sehr lückenhaftes Katergebiss und Gelenkschmerzen hindern ihn keineswegs daran Mäuse zu jagen und mir diese vor die Füsse zu legen. Wochentags sitzt Majestät im Eingang der Firma nebenan und wartet bis sein Hofstaat ihn gebührend begrüßt hat. Wenn die Futterschüssel aufgefüllt ist und alle an ihren Schreibtischen sitzen, erst dann begibt er sich auf sein Sofa und schläft.
Flecki2In unregelmäßigen Abständen wird durch lautes Mauzen Aufmerksamkeit gefordert. Da öffnen sich in Windeseile Schubladen und Katerleckereien werden hervorgezaubert. Je nach Tagesverfassung kann königliche Hoheit ganz schön ungnädig sein. Die Menschen sind zu langsam, das Futter passt grad nicht oder die Aufmerksamkeit ist nicht hundertprozentig. Die Folge ist ein grantelnder Kater. Aber in seiner Entspannungsposition kann ihm absolut nichts aus der Ruhe bringen. Und so war – und ist – das auch in meinem Bild. Der Entstehungsprozess verlief über einen längeren Zeitraum. Da bewegte sich sehr viel – im schnurrenden Rhythmus – Flecki verteidigte seinen Platz mit stoischer Ruhe. Und so liegt er nach wie vor völlig entspannt auf seinem Thron. Vielleicht träumt er ja……..

Königreich Flecki - 120x100 - Pigmente, Acryl, Kreiden auf Leinwand - 2015

Königreich Flecki – 120×100 – Pigmente, Acryl, Kreiden auf Leinwand – 2015

dreharbeiten

Dreharbeiten6Vor zwei Jahren hatte ich die Gelegenheit zu einem ganz besonderen Tauschgeschäft. Ein Bild wurde mit einem kleinen Film für meine Homepage bezahlt, noch dazu von einem Profi wie Wolfram:-)
Nun bin ich aber extrem kamerascheu und habe mich oft gefragt, was mich dazu getrieben hat diesen Tausch vorzuschlagen. Bei den Gedanken daran wurde mir jedes Mal mulmig. Zwei Jahre lang konnte ich den Drehtermin erfolgreich verschieben. Ich bin ja sehr erfinderisch und Gründe gibt es immer genug. Wolfram und Nicola haben aber nicht lockergelassen.
Am Samstag war es dann soweit. Wir hatten hier unglaublich heißes Sommerwetter, schnell schnell schnell war ich während meiner letzten Vorbereitungen unterwegs. Da lag ein Stein auf meinem Weg – nicht nur sinnbildlich – und ich rannte mit voller Wucht dagegen. Ein Zeh  hatte sich ausgerenkt, den ich im Schock  wieder   an seinen Platz schob. Dieser kleine Unfall zerstreute aber auch meine Befürchtungen und Ängste, denn dafür gab es nun wirklich keine Energie. Und im Laufe der nächsten Stunden konnte ich sogar schmunzeln darüber.
JA – wir drehten den Film und hatten – trotz Hitze und Zehenweh – viel Spaß miteinander. Ein großes DANKE an Nicola und Wolfram! Ich bin schon sehr neugierig ………..

Beim „nächsten Film“ möchte ich meinen Zehen allerdings diese Stolpersteine ersparen;-)

land-mensch-land-frau

Natur1Nach einem Besuch in München freue ich mich, in mein kleines Dorf wieder zurückzukehren.
Ja, ich bin ein richtiger Landmensch geworden!
Vielleicht war ich es aber auch immer schon. Ich erinnere mich an unseren Garten im Dorf meiner Kindheit. Dort stand ein Marillenbaum, den ich amazonenhaft von der Maikäferplage befreite und der uns Jahr für Jahr die allerbesten Marillen schenkte. (Bisher habe ich hier in Deutschland keine vergleichbaren gefunden.) Da waren auch die vielen Beerensträucher, der Nussbaum, der Akazienbaum, dessen Blüten ich verzehrte………Damals gab es noch Pfirsichbäume in den Weingärten. Stundenlang saßen wir Kinder in den Kirschbäumen und im Herbst zwischen den Weinstöcken.
!ch brauche den engen Kontakt mit der Natur. Selbst mitten im städtischen Getümmel beobachte ich wie das Licht mit den Wolken, Häusern und Menschen spielt. Natürlich hat das Landleben auch seine Schattenseiten und kann sehr beschwerlich sein, die Idylle trügerisch.
Es ist nicht nur die Tuchfüllung mit der Natur und dem Wechsel der Jahreszeiten, es ist diese Weite, der grenzenlose Landschaftsraum, in dem ich mich zu Hause fühle.
Mein Zirkuswagen – den ich Euch hier schon vorgestellt habe – befindet sich in diesem Raum. Dort kann ich auch im Winter Rehe und Füchse beobachten und mit meiner Fantasie auf Reisen gehen.

Auch in diesen Momenten liegt der Samen meiner Bilder-Kunst.

Natur2

jetztblick-augenblick

theresiaheimbach-20x20-o.T.2014Es ist die Zeit der Jahresrückblicke und guten Vorsätze, der Prognosen und Inventuren. Noch einen Blogbeitrag im „alten Jahr“ wollte ich schreiben. Heute drehe ich die bereits formulierten Sätze wieder um, wälze sie hin und her während meine Gedanken sich völlig verlaufen haben und ins Philosophische abgedriftet sind.
Vor einem Jahr hatte ich mir vorgenommen, 2014 etwas ruhiger zu gestalten. Es entpuppte sich allerdings als eines der unruhigsten Jahre, die ich bisher erlebt hatte. So ist das mit den guten Vorsätzen…..
Es blieb kaum Zeit und Energie für meine Arbeit im Atelier. Das kann frustrierend sein. Anders betrachtet: es fegte ein Sturm durch mein Leben, der alles kräftig durchschüttelte und die Sicht auf unbekannte Wege forderte. Selbst die Worte für mögliche Blogbeiträge sind mir zwischendurch abhanden gekommen. Heute suche ich danach und stoße dabei auf meine ursprüngliche Motivation diesen Blog zu schreiben.
Ich experimentiere nicht nur gerne mit Farben, Formen und Materialien, auch mit Worten und Gedanken. Ein Blog bietet die Möglichkeit, mit Euch Leserinnen und Lesern in Kontakt zu treten, mit Freundinnen und Freunden meiner Kunst und meiner Malwerkstatt in Verbindung zu bleiben. Inzwischen musste ich feststellen, dass das alles nicht so einfach ist, besonders für einen eher schüchternen Menschen wie mich, der in unregelmäßigen Abständen alles auf den Kopf und infrage stellt.
Das Schreiben von Texten im Internet fühlt sich oft seltsam an. Es ist wie das Sprechen in einem leeren Raum. Ja, das ist sehr befremdend. Werden meine Beiträge gelesen? Macht das überhaupt Sinn? Es ist der Austausch mit dem Du, die Kommunikation, das in Beziehung setzen – was uns alle erst wirklich rund macht. Ich habe mich mit einigen meiner Leser und Leserinnen darüber unterhalten, auch über den Gedanken, meinen Blog wieder „still zu legen“. Das Internet überflutet uns täglich mit unendlich vielen Informationen, da muss ich nicht auch noch meinen Senf dazu geben. Und ich weiß, dass es Zeit und Energie braucht von LeserInnenseite auch noch Kommentare zu schreiben. Andererseits denke ich an die Freude, wenn mich Beiträge der von mir abonnierten Blogs erreichen. Auf einen „grünen Nenner“ – oder welche Farbe auch immer – bin ich noch nicht gekommen. Mein Blog ist in Bewegung, bäumt sich auf, wälzt sich herum……… Eine neue Form wird sich finden.

Ich danke allen LeserInnen, den LiebhaberInnen meiner Bilder, den FreundInnen meiner Malwerkstatt und allen Malkindern! Es ist ein großes Geschenk, dass wir etwas Gemeinsames teilen.
Euch allen wünsche ich aus ganzem Herzen das Beste für die kommenden Monate!
theresiaheimbach.collage2014

genießen

8.3.1

In meinem Bilderzyklus „hinter den Fassaden“ habe ich mich bereits mit dem „forever young – Wahnsinn“ auseinandergesetzt. Vielleicht habt Ihr meine „anti-aging-hölle“ schon gesehen oder meinen Beitrag dazu gelesen. Dieses Thema beschäftigt mich immer wieder, es drängt sich geradezu auf. Sitzt man im Wartezimmer eines Arztes, lächeln die geglätteten Nachher-Gesichter von den Werbeplakaten, egal ob Facharzt oder praktischer Arzt, die Angst vor der Vergänglichkeit scheint ein profitables Geschäft zu sein. In der SZ war in der vergangenen Woche ein sehr interessanter Artikel zum Thema Botox und Co..

Die Philosophin Ariadne von Schirach hat ein sehr interessantes Buch geschrieben: „Du sollst nicht funktionieren“ mit dem Untertitel: „Für eine neue Lebenskunst“. Ich kann es Euch sehr empfehlen. Hier findet Ihr „eine leidenschaftliche Beschwörung des echten Lebens“.
(ISBN 978-3-608-50313-5)

Ich spinne meine Gedanken weiter im Hinblick auf meine Arbeit……. Für den Schöpfungsprozess brauchen wir Hingabe und Leidenschaftlichkeit. Tja, das ist mit der Kontrolliererei nicht vereinbar. Jedes Bild ist eine Reise ins Ungewisse. Kreativität und Sinnlichkeit sind eng miteinander verknüpft. Betrachten wir unseren Körper als Feind, den es zu kontrollieren und zu bezwingen gilt, dann verkümmert auch das Riechen, Schmecken, Fühlen, Sehen, Hören……. und die Genussfähigkeit.

Meine Meinung: lieber ein schönes Stück Kuchen oder Torte, besser beides, leckeres Essen und guter Wein, Spaziergänge – auch ohne Trainingshintergedanken, Zeit zum Nichtstun, immer wieder über die Stränge schlagen (ja genau!)………………………………und echte Falten:-)