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kleine welt von A-Z

Welt von A-Z @Theresia Heimbach

Der Abschied von einem Zahn ist
ein Abschied
nicht nur von einem Zahn.

In meinem Skizzenbuch wollte ich meinem treuen Gefährten im Ruhestand ein Denkmal setzen. Immerhin verbinden uns viele Jahre guter Zusammenarbeit.
Ja, ich spreche noch immer von meinem Zahn.

Auf der Suche nach Collage-Material wühlte ich in meinen Schatzkisten und stolperte über die Uraltausgabe der „Welt von A-Z“. Dieses Buch habe ich vor langer Zeit in meinem Elternhaus gefunden. Es ist eine Ausgabe von 1952.
In diesem Lexikon gab es eine Zettelwirtschaft……….alte Entschuldigungen, ein Bestellzettel für Schulmilch, Notizen zum Unterrichtsthema Papier, eine Strafaufgabe mit dem Satz „Ich soll nicht so vergesslich sein“. Wie könnte ich auch……

Das Öffnen der kleinen Welt von A-Z ist wie eine Zeitreise in die Vergangenheit – in die Atmosphäre des Schulhauses, das auch mein Elternhaus war, eine Reise in die 50er und 60er Jahre.

Die Fragmente der kleinen Strafarbeit haben mich an meine unvollendeten Collagen erinnert, ein Versuch der Auseinandersetzung. Sie liegen schon seit Jahren in der Schublade.

illustration

 

@Theresia Heimbach

„Warum machst du kein Kinderbuch“, wurde ich immer wieder gefragt.

Warum eigentlich nicht…….
Meine Bilder erzählen Geschichten, vielleicht wäre das eine Herausforderung.

Es sträubt sich etwas in mir bei dem Gedanken daran, denn ich möchte mit meiner Kunst nicht in die Kinderschiene gezwängt werden.
„Schade, dass unsere Kinder schon groß sind und wir kein Kinderzimmer mehr haben“, ist der Kommentar eines Ausstellungsbesuchers – der mich innerlich an die Decke gehen lässt.
Vielleicht versteht Ihr was ich meine.
Natürlich lieben Kinder meine Bilder, denn sie finden unendliche Geschichten darin……….Erwachsene auch.

In den letzten Wochen habe ich den Versuch gewagt und in einen Workshop für Illustration hineingeschnuppert. Wie auf einem fremden Planeten habe ich mich gefühlt.
Ich müsse alles (meine Malerei betreffend) vergessen – wurde mir vermittelt – und komplett neu anfangen.
So hatte ich mir das natürlich nicht vorgestellt, denn wie soll das gehen…….alles vergessen.
Nach einigen Versuchen habe ich das Thema Illustration vorerst im „Handarbeitskoffer mit den offenen Projekten“ abgelegt.

Mein Widerspruchsgeist hat sich quergestellt und schreit nach FREIHEIT im Ausdruck,
mein Sinn für Ästhetik war beleidigt,
die Geschichtenerzählerin in mir möchte Geheimnisse wahren,
der Betrachter in mir will nicht bevormundet werden,
mein Rücken ächzt und die Kleinmotorik streikt während dem kleinen Gefummel,
die liebe Geduld macht zum Spannungsabbau Purzelbäume,
das wilde Kind in mir tobt.

Jetzt reicht es aber…….oder?

work in progress @Theresia Heimbach

geschichte zum wochenende

bitte licht

Papiergeschichte 2/18 ©Theresia Heimbach

„Ich brauche Erleuchtung“, sagt der kleine Bär.
„Mach doch bitte mal das Licht an, vielleicht hilft das.“

dranbleiben

Experimente auf Papier @Theresia Heimbach

Wenn das Jahr noch sehr jung ist……..
schwirren die guten Vorsätze joggend und walkend durch die Landschaft.

Der scheinbare Neubeginn verzaubert auch mich und die Illusion, man könnte von einem Tag auf den anderen erwünschte Veränderungen herbeiführen – hex hex.
Leichtigkeit, Nüchternheit und Humor dürfen nicht fehlen bei all den guten Vorhaben.…….(siehe Handarbeitskoffer). Nehme ich diese zu ernst, erzeuge ich Druck. Und den kann ich nun wirklich nicht brauchen. Schließlich will ich mich ja nicht kasteien;-)
Dranbleiben ohne innerlich Druck aufzubauen ist eine Kunst – für mich zumindest.

In meinem Atelier habe ich mit Aufwärmübungen gestartet, kleine Papierarbeiten als Experimentierfeld.

Ich wünsche Euch allen viele frohe Momente, Gesundheit, Inspiration, Leichtigkeit, Humor, Freundschaft…….:-)

Papiergeschichte1/18 @Theresia Heimbach

creative block

In meiner Hexenküche im Atelier tut sich was……… Es werden Pigmente zu Farben verarbeitet und ich male an großformatigen Leinwänden – inspiriert durch meine kleine Abenteuerreise in den vergangenen Wochen. Ausgangspunkt war eine Schaffenskrise. Die Bücher von Wendy Ann Greenhalgh – diese wurden hier bereits vorgestellt – sind mir gute Freunde geworden.

Immer wieder suche ich nach Anregungen in Büchern………wie gehen andere Künstlerinnen und Künstler mit kreativen Blockaden um, was treibt sie an, wie arbeiten sie, wie ist ihre Herangehensweise……..Liebend gerne würde ich mich zu diesen Themen in einem Gespräch austauschen, muss aber – hier in der einsamen Provinz oftmals andere Wege suchen.

Das Internet ist eine Möglichkeit um mit KollegInnen in Kontakt zu kommen, sei es in den sozialen Netzwerken oder über Blogs. Und JA, es hat sich über diesen Weg über die Jahre eine Freundschaft entwickelt.
Doch ganz allgemein gibt es einen Haken: über kreative Blockaden und über Krisen im Schaffensprozess wird nicht gerne gesprochen. Gezeigt wird die schöne schillernde Welt, wunderschöne Ateliers, grenzenlose Produktivität, äußerst gut besuchte Ausstellungen………..und der Zuschauer ist beeindruckt von den idyllischen Bildern. Das ist Teil der Marketingstrategie. Ich gebe ja zu, das ist Futter für alle Harmoniemenschen, zu denen ich mich auch zähle. Ich  mag ästhetische Bilder, die heile Welt.
Vielleicht kommt die Frage auf warum man das nicht so hinbekommt und schon fängt der Zweifel an zu nagen……Die digitale Welt lässt uns Traumbilder erschaffen und wir spielen mit, lassen uns gerne täuschen.
Diese nicht greifbare Welt der unendlichen Möglichkeiten und Informationen hat – ohne Wertung – nicht nur – unser Denken, unsere Bedürfnisse und unsere Kommunikation verändert – UND – heizt vor allem den Unzufriedenheitsmotor an.

Auch ich habe lange überlegt ob ich hier über meine Schaffenskrisen schreiben soll und mich an einen meiner Texte erinnert „……..einen Blick hinter die glatten Fassaden zu werfen. Ich suche nach einer Ursprünglichkeit, forsche nach dem, was beharrlich verdeckt, verbogen, verzerrt, vertuscht, geglättet wird und schließlich auch nach dem „Warum“………..“
Ein Grund mehr auch die unliebsamen Dinge anzusprechen, zu zeigen was ist.
Das Thema der kreativen Krise betrifft uns alle und so kann es nur hilfreich sein darüber offen zu sprechen.

In dem Buch „Creative Block“ erzählen 50 Künstler über ihre Arbeit, ihre Blockaden und wie sie damit umgehen. Hier findet Ihr viele Anregungen.

Es tut gut in Büchern zu schmökern, sich von der Natur inspirieren zu lassen, eine Ausstellung zu besuchen, mit Widerständen ins Gespräch zu kommen, sich in Achtsamkeit zu üben, sich darüber auszutauschen……doch letztendlich hilft der nächste konkrete Schritt …….ins Atelier, an die Leinwand, an den Schreibtisch………wo immer auch Eure Kreativität gefragt ist.

In diesem Sinne wünsche ich Euch viel Freude am kreativen Ausdruck!
Und vielleicht möchtet Ihr Eure Erfahrungen teilen. Ich würde mich freuen:-)

Creative Block, Danielle Krysa

work in progress

work in progress
©Theresia Heimbach

Meine 3challenge ist abgeschlossen und ich bin sehr froh um dieses kleine Experiment.
Die tägliche Praxis hat meine kreative Blockade aufgeweicht. Der Trick dabei war die kurze Zeitspanne.
Besonders ans Herz gewachsen ist mir die Zeicheneinheit am Morgen. Das Farbenreich ist mir vertraut, doch als Zeichnerin habe ich mich bisher nicht gesehen. Diese Ausdrucksform ist mit zu vielen schmerzhaften Erlebnissen verknüpft. Mein innerer Kritiker ist besonders skeptisch wenn ich den Zeichenstift in die Hand nehme.
Nun lag ja bei dieser Challenge der Fokus auf Achtsamkeit, wahrnehmen mit allen Sinnen. Ihr kennt das sicherlich von Kindern, die sich staunend und interessiert in den Anblick einer Schnecke, Blume, Wurm…… vertiefen können – die Zeit steht dabei still. In meinen Kinderkursen habe ich versucht an diese Fähigkeit der intensiven Wahrnehmung wieder anzuknüpfen. Für uns Erwachsene ist das schon schwieriger – innehalten und wahrnehmen, gegenwärtig sein.

Ein wunderbares Mittel um in diesen Zustand zu gelangen ist das Zeichnen in Verbindung mit Achtsamkeit. Die Absicht ist eine völlig andere als beim – ich nenne es jetzt „schulischen Zeichnen“. Wir lernen das Sehen, eine Verbindung aufzubauen zwischen uns und unserer Umgebung, der Landschaft, dem Gegenstand……..und es ist völlig unwichtig ob wir den Baum, das Tier, die Blume realitätsgetreu abbilden. Wir können ohne auf den Zeichenuntergrund zu sehen zeichnen, mit der linken oder rechten Hand, einfach nur Spuren ziehen……… Der Prozess ist entscheidend. Vielleicht wollt Ihr es auch versuchen, ich kann Euch nur ermutigen.
Mein morgendliches Ritual hat mich in einen zeitlosen Raum katapultiert. Die Freude daran ist intensiv.
Und der innere Kritiker? Er darf dabei sein.

#tag19

#tag15

Heute war kein guter Tag………und dann hatte ich doch tatsächlich auf meine kleine Übung zur Mittagszeit vergessen. Natürlich habe ich sie nachgeholt, allerdings nicht störungsfrei. Diese beiden Damen haben sich ins Bild gedrängt!

#day15 ©Theresia Heimbach

vier tage

Einen wunderschönen Wochenbeginn!