Archiv der Kategorie: gedankenspielereien

auftauchen

auftauchen – 100×120 – 2018 ©theresia heimbach

auftauchen
tauch endlich wieder auf!
ich tauche auf
tauchen die Nockerln auf?
Sehnsüchte tauchen auf
der Schlüssel taucht wieder auf
schmerzhafte Erinnerungen
Schätze
der ganze Müll taucht wieder auf
längst vergessene Dinge tauchen auf
Nebelschwaden
Gewitterwolken
Semmelknödel tauchen auf
das Licht am Ende des Tunnels taucht auf

aber wann taucht der kleine Wollkamm wieder auf?!

Euch fällt sicherlich auch noch einiges ein;-)


licht am horizont

@Theresia Heimbach

Manchmal dauert so eine Suche ganz schön lange……….vielleicht sogar ein ganzes Leben lang.

Oft sucht und sucht man ……… und „es“ liegt vor der Nase.

Nach dem Licht am Horizont habe ich gesucht.
Wurde es vom Grau und der Dunkelheit verschluckt?

Es war ein sehr langer und mühsamer Weg und für diesen einen Moment konnte ich es erkennen, ganz nah bei mir.

„Mitten im tiefsten Winter wurde mir endlich bewusst, dass in mir ein unbesiegbarer Sommer wohnt.“ Albert Camus

Licht am Horizont – 100×100 – Pigmente, Acryl, Kreiden auf Leinwand – 2018 ©Theresia Heimbach

kleine welt von A-Z

Welt von A-Z @Theresia Heimbach

Der Abschied von einem Zahn ist
ein Abschied
nicht nur von einem Zahn.

In meinem Skizzenbuch wollte ich meinem treuen Gefährten im Ruhestand ein Denkmal setzen. Immerhin verbinden uns viele Jahre guter Zusammenarbeit.
Ja, ich spreche noch immer von meinem Zahn.

Auf der Suche nach Collage-Material wühlte ich in meinen Schatzkisten und stolperte über die Uraltausgabe der „Welt von A-Z“. Dieses Buch habe ich vor langer Zeit in meinem Elternhaus gefunden. Es ist eine Ausgabe von 1952.
In diesem Lexikon gab es eine Zettelwirtschaft……….alte Entschuldigungen, ein Bestellzettel für Schulmilch, Notizen zum Unterrichtsthema Papier, eine Strafaufgabe mit dem Satz „Ich soll nicht so vergesslich sein“. Wie könnte ich auch……

Das Öffnen der kleinen Welt von A-Z ist wie eine Zeitreise in die Vergangenheit – in die Atmosphäre des Schulhauses, das auch mein Elternhaus war, eine Reise in die 50er und 60er Jahre.

Die Fragmente der kleinen Strafarbeit haben mich an meine unvollendeten Collagen erinnert, ein Versuch der Auseinandersetzung. Sie liegen schon seit Jahren in der Schublade.

5 jahre

Annäherung – 2017 ©Theresia Heimbach

Ich liebe Blogs anderer Künstlerinnen!

Bilder und Texte inspirieren, lassen mich neue Sichtweisen entdecken, beleben meine Gedanken, helfen meiner Kreativität auf die Sprünge…….. und geben mir ein Gefühl von Verbundenheit.
Euch die eine oder andere Künstlerin hier vorzustellen, könnte ein mögliches Projekt im kommenden Jahr sein.

hehocra – der Blog von Doreen Trittel – einer Künstlerin aus Berlin – feierte 10jähriges Jubiläum. Der Beitrag von Doreen zu diesem Anlass hat mich angeregt über die Geschichte meines Blogs nachzudenken.

Wann habe ich damit begonnen hier zu schreiben? Es war der September 2012. Unglaublich!
Ich staune über mich…..
naja, wenn man die Häufigkeit meiner Blogposts genau betrachtet, dann bräuchte ich vielleicht eine andere Zeitrechnung.

Trotzdem.
Ich erinnere mich an die Geschichte mit dem Handarbeitskoffer aus Kindheitstagen. Eine meiner Töchter hatte diesen im Haus ihrer Großmutter gefunden. Das Bild sehe ich noch ganz klar vor mir wie meine große Tochter voll Ehrfurcht diesen kleinen, etwas ramponierten Plastkkoffer – inPepita – öffnet und vorsichtig den Inhalt begutachtet……..
dann ihr Kommentar –
eine Mischung von Entrüstung, Verwunderung, Entsetzen………
aber Mama, da ist ja alles nur angefangen und nichts fertiggemacht.

Abgesehen davon, dass die Stickereien meiner Kindheit kein Vergnügen für mich waren, muss ich gestehen, dass meine Stärke mehr im Initiieren liegt, im Beginnen. Ich kann träumen, mich begeistern, spontan und mutig die ersten Schritte machen, andere ermutigen……….das Durchhalten allerdings ist ein schwieriges Unterfangen für mich.
Frau braucht Geduld dafür und daran arbeite ich – immer noch – immer wieder.
So ist das auch mit meinem Blog. Zumindest ist er authentisch, das kann man sagen. Wenn man ein Muster mit meinen Posts machen würde, dann könnten das Wellenbewegungen sein – mal stürmisch, mal ruhig………..aber – immerhin – bis……..heute – da.
Vielleicht wäre das Bild einer Nachricht in Morsezeichen stimmiger.
Auch mein Lebensweg verläuft rauf und runter, querfeldein und wieder vornerüber über die größten Hindernisse, die Sackgasse rein und wieder raus, nochmal herum und eher den steinigen Weg, den schwierigen – den mühsamen und immer wieder Sprünge und unerwartete Wendungen.

Das ist natürlich absolut kontraproduktiv – was die Besucherzahlen betrifft.

Die ersten Posts waren wie ein Tasten im leeren Raum.
Ich schreibe gerne, bin absolut keine Rednerin – viel mehr die gute Zuhörerin.
Meine Stimme ist mir in der Leere des alten Schulhauses meiner Kindheit – das auch mein Elternhaus war – abhanden gekommen.
Und so sehe ich diesen Blog nicht nur als verbindendes Element – eine Brücke zu meiner Kunst – sondern auch als ein Suchprojekt.

Meine Texte könnten das Geländer sein. Schilder die zur Brücke führen, Fundstücke auf dem Weg, ein Lockruf, Vermittlung, Transportmittel, Zubringer, Shuttleservice, Zauberformel, Kostprobe oder Magentratzerl…..vielleicht fällt ja Euch noch etwas ein.

Ich danke all den wunderbaren Frauen – Künstlerinnen – Bloggerinnen……Leserinnen und Lesern – für Inspiration, Denkanstöße, Offenheit, Ermutigung, Austausch, Kommentare………und dass Ihr immer wieder hier vorbeischaut:-)

widerstand

©Theresia Heimbach

Über „Widerstand“ und „Dranbleiben“ schreibt Paro Balom in ihrem letzten Blogbeitrag. Sie ist eine Fachfrau was den kreativen Prozess betrifft. Ihre Zeilen haben mich inspiriert.

W I D E R S T Ä N D E……….wie könnte ich euch widerstehen!

In unserer Firma nebenan wird mit Widerständen gehandelt – das ist kein Scherz –  es sind elektronische Bauteile.

Da siehst du wie wichtig ich bin, sagt mein treuer Begleiter, mein ganz persönlicher Widerstand im kreativen Prozess.

Was würde ich nur tun ohne ihn!?

Er ist schlau, weiß genau wie er mich vom Atelier fernhalten kann, zeigt mir die unendliche Vielfalt verlockender Möglichkeiten außerhalb meines Farbenreiches.

Ich kann meine Hündin Bibi mit Spaziergängen glücklich machen und darüber sinnieren was ich – bei Gelegenheit – auf die Leinwand bringen könnte.

Zunächst ist Büroarbeit angesagt, davor muss allerdings noch ein schwerwiegendes Computerproblem geknackt werden. Das kann dauern!!!

Ist es vielleicht schon zu spät? Wir haben Hunger!

Wo ist meine Malhose?

Die Sonne scheint…….nix wie raus!

Vielleicht ist es im Atelier aber auch viel zu kalt, zu unaufgeräumt, das geeignete Material für die jeweilige Stimmung fehlt. Ich muss zu Boesner fahren!!!

Mein treuer W-Freund ist raffiniert und macht mir an trüben Tagen das Sofa richtig schmackhaft. So gemütlich liegend kann man zur Abwechslung wieder einmal alles hinterfragen. Mein Begleiter versteht sich wunderbar mit dem Zweifel. Und schon gesellt sich die große Sinnfrage dazu………..Ich finde allerdings, dass er in solchen Momenten einfach zu weit geht. Das ist vertraut aber nicht mehr kuschelig. Da muss ich dann schon mal ein Machtwort sprechen.

Kann aber sein, dass er dann bockig wird und an mein Gewissen appelliert, mein widerspenstiger Widerstandsfreund.

Mein treuer Begleiter spielt mir wunderbare Bücher über den kreativen Prozess in die Hände, sehr motivierend.
Warum macht er das?

Ich fange an ihn zu durchschauen. So ein Schlawiner!

Wie könnte ich dir auch böse sein;-)

Kennt Ihr das?

vor-nach-mittelsatz

gruenesVerhaengnis

grünes verhängnis – 120×80 – acryl, kreiden auf leinwand – 2012 ©theresia heimbach

Während ich hier bei einer Tasse Tee über den Sinn guter Vorsätze nachdenke, steht plötzlich ein Nachsatz vor mir. Ich finde mich in einem Knäuel spielender Worte wieder und bin – ich muss es gestehen – irritiert (und bevor Ihr falsche Schlüsse zieht: auch absolut ausgeruht und nüchtern).
Was hat der Nachsatz mit dem Vorsatz zu tun und warum kann ich nicht EINMAL aus gegebenem Anlass – wir haben den 1.1.2016 – über ein aktuelles Thema ernsthaft nachdenken!
Vielleicht haben sich Vor- und Nachsatz zusammengetan um mich auf andere Gedanken zu bringen?
So lasse ich Vorsätze Vorsätze sein und mit den Nachsätzen spielen. Aufbegehrend gegen den Neujahrsoptimierungsstrom purzeln sie wild durcheinander.
Nur wo bleibt der Mittelsatz?
Dieses Gedankengepurzel stellt alles auf den Kopf. Ist das nicht unglaublich beruhigend?;-)